HANOI - Es ist der Tag zwei nach seiner Abschiebung aus Deutschland. Nguyen sitzt im Café Goethe, dem Innenhof des Hanoier Goethe-Institutes. Der 23-Jährige, der älter wirkt, will einen Kaffee bestellen. „Ich bin immer noch müde vom Flug“, sagt er.
Zwei Nächte hintereinander hat er kaum geschlafen. Mit 45 anderen vietnamesischen Landsleuten wurde er kürzlich mit einer Aeroflotmaschine aus Berlin ausgeflogen. Die Nacht endete um 4 Uhr morgens, weil die Bundespolizei die Leute so früh zum Flughafen brachte. Die zweite Nacht verbrachte er im Flugzeug. Und ihm fehlen sechs Stunden Zeit. Wegen der Zeitverschiebung.